Deutsche Tourenwagen Masters 2022

Boxenstopp, Rennleiter, Teamorder – das sind die wesentlichen Änderungen der DTM 2022

Gut drei Monate vor dem Saisonauftakt befindet sich die DTM spürbar im Aufwind. Für das zweite Jahr unter angepasstem technischem Reglement freut sich die Dachorganisation ITR über ein großes Starterfeld mit mindestens 25 GT3-Rennwagen. 2021 waren 19 Fahrzeuge fest eingeschrieben. „Die DTM ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärker aufgestellt. Darüber sind wir natürlich sehr glücklich“, sagte Frederic Elsner in einem Pressegespräch. Der Director Event & Operations der ITR verwies auf einige Änderungen im Reglement, die vor allem den Fans mehr Spannung und Überraschungsmomente bringen werden. Die DTM 2022 wird an acht Wochenenden mit je zwei Rennen am Samstag und Sonntag ausgetragen, Auftakt ist vom 30. April bis 1. Mai im portugiesischen Portimão. Die Live-Übertragung im deutschsprachigen Raum wechselt innerhalb der Senderfamilie von SAT.1 zu ProSieben. Start der Rennen ist jeweils um 13:30 Uhr deutscher Zeit.

Die wichtigsten Änderungen und Neuerungen im Reglement betreffen den Pflichtboxenstopp, der jetzt auch während des Einsatzes des Safety-Cars erfolgen darf, und die Teamorder. So müssen Teams und Fahrer, die mit einer Stallorder das Renngeschehen beeinflussen, künftig mit dem Ausschluss aus der Meisterschaft rechnen. Bei den sogenannten Performance-Pitstops, dem Boxenstopp mit Pflichtreifenwechsel auf Zeit, einem Alleinstellungsmerkmal der DTM, ist der Ablauf neu geregelt. Maximal zwei Mechaniker je Fahrzeugseite müssen zunächst die Räder an der Hinterachse wechseln, bevor die Vorderräder gewechselt werden dürfen. „Durch diese Maßnahmen ist der Boxenstopp für alle gerechter und sicherer sowie für die Fans spannender“, so Frederic Elsner. Künftig wird auch ein sogenanntes Full-Course-Yellow (FCY) möglich sein, welches Safety-Car-Einsätze teilweise ersetzen kann. „Der Re-Start erfolgt aber auch in diesem Fall durch den bereits bekannten DTM Formations-Start“, führt Elsner aus. Der Einfluss des neuen Renndirektors Scot Elkins, der beim mehrtägigen Reglement-Workshop von Beginn an integriert war, ist auch bei einer weiteren Neuerung sichtbar. „Neu beim Start ist zudem, dass nicht mehr der Pole-Sitter das Rennen eröffnet, sondern der Renndirektor das Rennen mit der Ampel freigibt. Und dann ist künftig auch sofort das Ausscheren aus der Startformation erlaubt“, erläutert Elsner.

Für einen noch intensiveren Kampf um die Bestzeit im Rennen soll künftig ein Meisterschaftspunkt sorgen, der für die schnellste Rennrunde vergeben wird. Um sich in den freien Trainings am Freitag noch besser auf die Rennen vorbereiten zu können, steht den Teams jeweils ein weiterer Reifensatz ab dem zweiten Rennwochenende zu. Die Fahrzeug-Einstufung, die Balance of Performance, kurz BoP, kann künftig jederzeit und bis zum letzten Rennen geändert werden, um bei Bedarf regulierend eingreifen zu können. „Wir haben in unserem mehrtägigen Workshop alle Themenbereiche diskutiert und auch die Anregungen der Teams einfließen lassen, um die DTM noch besser und spannender zu machen“, fasst Elsner zusammen. „Die ersten Rückmeldungen der Teams zu den Reglementsänderungen sind durchweg positiv.“ Die ITR pflegt mit den Herstellern und Teams sowie den Partnern einen regelmäßigen, engen Austausch um die Zusammenarbeit maximal effizient zu gestalten.

Für eine wachsende Attraktivität auf der gesamten Plattform sorgen auch Veränderungen der Säulen DTM Trophy und DTM Classic. Als neuer Serienmanager für die DTM Trophy kann der ehemalige DTM-Champion Martin Tomczyk bereits auf positive Vorzeichen verweisen. „Meine ersten drei Wochen in der neuen Aufgabe waren interessant und turbulent. Die DTM Trophy erfährt zu ihrer dritten Saison ein weiteres Wachstum. Ich gehe von über 20 Autos aus. Erfreulich ist vor allem, das immer mehr DTM-Teams den Mehrwert und die Synergien erkennen, den ein Engagement in unserer Talentschmiede bietet“, berichtet Martin Tomczyk. „Dass auch in der DTM Trophy nur ein Fahrer ein Auto fährt und sich nicht zwei Fahrer ein Cockpit teilen, ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, das von den Teams hoch bewertet wird.“ Dabei hat Tomczyk für den Einstieg junger Talente auch die DTM Esports im Blick. Schließlich hat DTM-Esports-Champion Moritz Löhner vor einem Jahr den Aufstieg in die DTM Trophy geschafft, und auch dem Titelträger der DTM Esports Championship powered by MediaMarkt winkt eine Saison in einem reellen Rennwagen in der DTM Trophy 2023. Die BoP der DTM Trophy kommt ab der neuen Saison - wie auch für die DTM - von AVL RACING aus Graz. Auch der Markenpokal BMW M2 Cup startet 2022 erneut im Rahmenprogramm auf der DTM-Plattform, weitere Rennserien folgen.

Ganz neu aufgestellt präsentiert sich die DTM Classic für die bevorstehende Saison. Wie Serienmanager Peter Oberndorfer erläutert, gibt es für die überwiegend aus der DTM stammenden Rennwagen aus der Zeit von 1984 bis 2007 fortan den DTM Classic Cup mit vier Events mit je zwei Rennen. Dazu werden im Rahmen der Übernahme der Tourenwagen Classics zwei weitere Rennen im Rahmen des AvD-Oldtimer Grand Prix kommen. „Aufgrund der positiven Resonanz unseres DRM-Revials im Herbst am Red Bull Ring bieten wir darüber hinaus den DRM-Cup mit drei Veranstaltungen in Imola, am Nürburgring und am Red Bull Ring für die Rennfahrzeuge aus der ehemaligen Deutschen Rennsport-Meisterschaft an“, so der ehemalige DTM-Pilot Oberndorfer. „Diese Fahrzeuge hatten bisher überhaupt keine Plattform. Erfreulicherweise ist das Interesse an unseren beiden Classic-Serien groß, bei den Fahrern genauso wie bei den Fans.“

DTM gibt aktualisierten Kalender 2022 bekannt

Knapp hundert Tage vor den ersten Testfahrten in Hockenheim wurde der DTM Kalender für das Jahr 2022 finalisiert. Der bislang im Kalender mit TBA versehene Termin vom 3.-5. Juni 2022 findet nicht statt. Die DTM Saison 2022 wird folglich im Zeitraum Mai bis Oktober in fünf unterschiedlichen Ländern, auf acht unterschiedlichen Rennstrecken in Deutschland und im europäischen Ausland, darunter insgesamt sechs Formel 1 Strecken, ausgetragen.

Frederic Elsner, Director Event & Operations dazu: „Mit der Begrenzung des Kalenders kommen wir unter anderem dem Wunsch der Teams nach, den Juni-Termin zu überdenken und die Saison 2022, wie auch die letzte, an acht Rennwochenenden auszutragen. Der logistische Aufwand wäre mit einem zusätzlichen Auslands-Event im Juni, wo an jedem Wochenende mindestens eine große Motorsportveranstaltung vorgesehen ist, zu groß gewesen.“

Mit der finalen Veröffentlichung des neuen Rennkalenders gibt die ITR auch die vorzeitige Auflösung des Vertrags mit der LDP International b.v. bekannt, seit 2019 Veranstalter der Rennen auf dem TT-Circuit Assen in den Niederlanden. Promoter Lee van Dam bedankt sich bei den Fans: „Nach drei Jahren harter Arbeit mit der ITR haben wir beschlossen, unseren Vertrag für die nahe Zukunft nicht fortzusetzen. Assen ist eine Veranstaltung, die nicht von der Rennstrecke organisiert wird, sondern von uns als externem Promotor. Aufgrund der gestiegenen Kosten für die Veranstaltung in Folge der COVID-19 Pandemie haben wir versucht, unseren Vertrag neu zu verhandeln, aber wir haben keine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden und das weitere Vorgehen gemeinsam beschlossen. Wir möchten uns bei allen Beteiligten und Fans für ihre Unterstützung und für drei tolle Jahre DTM Assen bedanken und wünschen der ITR alles Gute für die Saison 2022.“

ITR-Geschäftsführer Benedikt Böhme lobt den konstruktiven Dialog mit dem Veranstalter: „Wir haben in langen Gesprächen immer wieder versucht, die Wirtschaftlichkeit in ein für beide Seiten akzeptables Verhältnis zu setzen. Am Ende sind wir gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, den Vertrag frühzeitig aufzulösen. An dieser Stelle möchte ich mich bei Lee van Dam für die Zusammenarbeit und drei sehr gute Events in Assen bedanken.“ Damit stehen kurz vor Jahreswechsel alle Termine der DTM, der DTM Trophy sowie der DTM Classic fest.

Benedikt Böhme blickt auf das vergangene Jahr zurück: „Ich bin sehr stolz auf mein Team und über das Erreichte. Auch 2021 war aufgrund der noch immer anhaltenden Pandemie mit Einschränkungen behaftet, dennoch haben wir eine schöne, spannende und erfolgreiche Saison hinter uns gebracht. Wir stecken bereits mitten in den Vorbereitungen für 2022 und freuen uns darauf, wieder großartige Events organisieren zu können“, sagt Benedikt Böhme. „Ich wünsche an dieser Stelle allen Teams, Herstellern, Partnern und Sponsoren und vor allem auch allen Fans im Namen des gesamten Teams eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr.“

Die DTM ist eine internationale Rennserie, die 2021 in über 60 Länder live übertragen wurde. Ab 2022 werden die Rennen im deutschsprachigen Raum erstmals in ProSieben gezeigt – zuvor in SAT.1. Gleich zum Auftakt der neuen Saison steht mit dem Autódromo Internacional do Algarve in Portimão eine Premiere an, denn nie zuvor wurde ein DTM-Rennen auf dem Kurs in Portugal ausgetragen. Weitere neue Strecken und Highlights wie Imola, Spa, und Red Bull Ring sowie Klassiker wie DEKRA Lausitzring Turn 1, Norisring, Nürburgring und das Finale am Hockenheimring folgen. Tickets für die neue Saison gibt es bereits im DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und über die DTM-Ticket-Hotline (01806 991166).

Rennkalender 2022 der DTM, DTM Trophy sowie DTM Classic:
Autódromo Internacional do Algarve (POR), 29. April - 01. Mai 2022
DEKRA Lausitzring Turn 1 (GER), 20. - 22. Mai 2022 – inkl. DTM Trophy und DTM Classic Cup 2022
Imola (ITA), 17. - 19. Juni 2022 – inkl. DTM Trophy und DTM Classic DRM Cup 2022
Norisring (GER), 01. - 03. Juli 2022 – inkl. DTM Trophy und DTM Classic Cup 2022
Nürburgring (GER), 26. - 28. August 2022 – inkl. DTM Trophy und DTM Classic DRM Cup 2022
Circuit de Spa-Francorchamps (BEL), 09. - 11. September 2022 – inkl. DTM Trophy und DTM Classic Cup 2022
Red Bull Ring (AUT), 23. - 25. September 2022 – inkl. DTM Trophy und DTM Classic DRM Cup 2022
Hockenheimring (GER), 07. - 09. Oktober 2022 – inkl. DTM Trophy und DTM Classic Cup 2022
(Text: ITR e.V. - Press & Public Relations - www.dtm.com)

© 2022 Pitwall Media Office